{"id":10115,"date":"2022-03-10T09:55:26","date_gmt":"2022-03-10T09:55:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrilink2020.eu\/unkategorisiert\/die-rolle-von-beratungsdiensten-bei-der-entscheidungsfindung-von-landwirten-in-bezug-auf-die-heuernte-methoden-von-kleinbauern"},"modified":"2022-07-26T08:45:24","modified_gmt":"2022-07-26T08:45:24","slug":"die-rolle-von-beratungsdiensten-bei-der-entscheidungsfindung-von-landwirten-in-bezug-auf-die-heuernte-methoden-von-kleinbauern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrilink2020.eu\/de\/forscher\/die-rolle-von-beratungsdiensten-bei-der-entscheidungsfindung-von-landwirten-in-bezug-auf-die-heuernte-methoden-von-kleinbauern","title":{"rendered":"Die Rolle von Beratungsdiensten bei der Entscheidungsfindung von Landwirten in Bezug auf die Heuernte-Methoden von Kleinbauern"},"content":{"rendered":"\n<h2>Region<\/h2>\n\n<p>Der Kreis Bra\u015fov ist eine h\u00fcgelige, gebirgige Region in Zentralrum\u00e4nien.  Die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sind haupts\u00e4chlich (66 %) Dauergr\u00fcnland und das vorherrschende Produktionssystem ist eine Form der traditionellen Weidewirtschaft (Schafe und Rinder).  Die \u00fcbrigen 34 % der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen werden f\u00fcr Ackerkulturen, z.B. f\u00fcr den Anbau von Getreide, Kartoffeln und Zuckerr\u00fcben, genutzt.  Die Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis Bra\u015fov betr\u00e4gt 4,8 ha und circa 85 % aller landwirtschaftlichen Betriebe sind kleiner als 5 ha.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"830\" height=\"584\" src=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/F.4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3633\" srcset=\"https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/F.4.jpg 830w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/F.4-300x211.jpg 300w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/F.4-768x540.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><figcaption>Karte der Region<\/figcaption><\/figure><\/div>\n<p>Heu ist das am meisten verwendete Winterfutter f\u00fcr Schafe und Rinder. Traditionell erfolgte die Heuernte in Handarbeit.  Dabei wurde das Heu mit einer Sense geschnitten, zum Trocknen liegen gelassen, regelm\u00e4\u00dfig gewendet, in Reihen geharkt und anschlie\u00dfend in Heuhaufen gesammelt &#8211; alles von Hand.  Dieses traditionelle Produktionssystem ver\u00e4ndert sich jedoch. In den letzten 10-15 Jahren hat sich die maschinelle Heuernte schnell durchgesetzt und ist nunmehr weit verbreitet.  <\/p>\n\n<p>Die maschinelle Heuernte reicht von der Verwendung kleiner, motorisierter Sensen, die zum M\u00e4hen des Grases von Hand geschoben werden, bis hin zu gro\u00dfen, traktorgezogenen Ger\u00e4ten zum M\u00e4hen, Wenden und Pressen (sowohl kleiner rechteckiger als auch gro\u00dfer runder Ballen).  Einerseits stellt dies eine Modernisierung der traditionellen Heuerntetechniken dar, andererseits handelt es sich um eine Art Retro-Innovation, da das Heu nun in einer v\u00f6llig neuen Form &#8211; dem \u201eHeuballen\u201c &#8211; produziert (und \u00fcblicherweise verkauft) wird.  Das Auftauchen von Heuballen in kleinen landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis Bra\u015fov stellt ein neues Ph\u00e4nomen und eine \u201eRevolution\u201c in der Gr\u00fcnlandbewirtschaftung dar.<\/p>\n\n<h2>Schwerpunkt der Studie<\/h2>\n\n<p>Die Studie konzentrierte sich auf den Wissensfluss zu und zwischen Landwirten, die maschinelle Heuerntetechniken einf\u00fchren.  Besonderes Augenmerk galt dabei der Frage, inwieweit sich die Wissenssysteme der Vorreiter und fr\u00fchzeitigen \u00dcbernehmer der Techniken von den Wissenssystemen der Landwirte, die die Techniken nicht einf\u00fchrten, unterscheiden.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3615\" srcset=\"https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20180917_091349.mic_-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/div>\n<p>F\u00fcr die schnell voranschreitende Mechanisierung der Heuernte im Kreis Bra\u015fov gibt es mehrere Gr\u00fcnde: a) sie erfordert weniger k\u00f6rperliche Anstrengung, was f\u00fcr die alternde Landbev\u00f6lkerung wichtig ist; b) es werden weniger Menschen f\u00fcr die Heuernte ben\u00f6tigt, was wegen der Abwanderung und der abnehmenden Verf\u00fcgbarkeit lokaler Arbeitskr\u00e4fte wichtig ist, und c) sie ist viel schneller bei weniger Verderb.  Allerdings fehlt es an Informationen, an denen sich die Landwirte bei den notwendigen Entscheidungen \u00fcber die einzuf\u00fchrenden maschinellen Techniken (Innovationen) orientieren k\u00f6nnten.  Die meisten der befragten Landwirte gaben an, dass sie sich auf ihre informellen Netzwerke aus Nachbarn und Kollegen (von denen einige aufgrund einer T\u00e4tigkeit in der Landwirtschaft im Ausland bew\u00e4hrte Verfahren weitergeben konnten) sowie frei zug\u00e4ngliche Informationen im Internet verlassen h\u00e4tten. <\/p>\n\n<p>Nur wenige der befragten Kleinbauern konnten sich neue Ger\u00e4tschaften f\u00fcr die Heuernte leisten. Stattdessen importierten sie Gebrauchtger\u00e4te aus dem Ausland.  Die Importeure und Wiederverk\u00e4ufer dieser Gebrauchtger\u00e4te waren daher eine wichtige zus\u00e4tzliche Beratungsquelle.  Die Kleinbauern nutzten nicht die technischen und marktbezogenen Informationen, die den gr\u00f6\u00dferen Landwirten angeboten wurden, da mit diesen eher teurere und anspruchsvollere Technologien beworben wurden. <\/p>\n\n<p>Die traditionellen Heuerntepraktiken sind wichtig f\u00fcr die Erhaltung der Artenvielfalt auf den naturnahen Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen im Kreis Bra\u015fov, insbesondere auf den \u00e4rmeren B\u00f6den und\/oder steileren H\u00e4ngen der H\u00fcgel- und Bergregionen.  Dem zunehmenden Trend zur maschinellen Heuernte wird durch die Verf\u00fcgbarkeit von EU-Agrarumweltzahlungen (bis zu 100 EUR\/ha) entgegengewirkt, die die Landwirte motivieren sollen, das M\u00e4hen (Sensen) und die Heuernte weiterhin von Hand durchzuf\u00fchren.<\/p>\n\n<p>Eine Besonderheit des Kreises Bra\u015fov war das Vorhandensein einer NRO, die die Kleinbauern aktiv \u00fcber diese Agrarumweltzahlungen und die Bedeutung der Beibehaltung traditioneller Heuerntepraktiken informierte. Dies liegt an dem hohen Biodiversit\u00e4tswert des Gr\u00fcnlands im Kreis Bra\u015fov und ist nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr andere Teile Rum\u00e4niens.<\/p>\n\n<p>Den vollst\u00e4ndigen Bericht (auf Englisch) finden Sie hier<\/p>\n\n<div class=\"wp-block-file\"><object class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/D2.2_RO.GDPR-2.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Embed of D2.2_RO.GDPR 2..\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-afb5bed0-2df6-4970-a3cb-7702bebefd76\" href=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/D2.2_RO.GDPR-2.pdf\">D2.2_RO.GDPR 2<\/a><a href=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/D2.2_RO.GDPR-2.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download=\"\" aria-describedby=\"wp-block-file--media-afb5bed0-2df6-4970-a3cb-7702bebefd76\">Download<\/a><\/div>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n<h2>Partner und Ansprechpartner<\/h2>\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"546\" height=\"394\" src=\"https:\/\/agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/hcc_logo_transparent.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-586\" srcset=\"https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/hcc_logo_transparent.png 546w, https:\/\/www.agrilink2020.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/11\/hcc_logo_transparent-300x216.png 300w\" sizes=\"(max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/figure><\/div>\n<h2>Highclere Consulting (HCC)<\/h2>\n\n<p>Raluca Barbu, <a href=\"mailto:raluca@highclere-consulting.com\">raluca@highclere-consulting.com<\/a><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n<h2>Gewonnene Erkenntnisse<\/h2>\n\n<ol><li>Es wurde festgestellt, dass das Wissenssystem, an dem sich die Kleinbauern bei der Einf\u00fchrung mechanischer Heuerntetechniken orientieren, auf vertrauten informellen Netzwerken aus Familienmitgliedern und benachbarten Landwirten beruht.  Diese Tatsache spiegelt die Schw\u00e4che und Fragmentierung des rum\u00e4nischen Beratungssystems wider.  Auf Kreisebene gibt es zwar \u00f6ffentliche landwirtschaftliche Berater, ihre Aktivit\u00e4ten sind jedoch durch die geringe Personalausstattung und fehlende Ressourcen f\u00fcr Reisen zu den Landwirten eingeschr\u00e4nkt.  Ihre Aktivit\u00e4ten konzentrieren sich haupts\u00e4chlich auf die Unterst\u00fctzung der Umsetzung des nationalen Plans zur Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums und weniger auf die spezifischen Bed\u00fcrfnisse der Landwirte vor Ort. <\/li><li>Die Fallstudie hat gezeigt, dass die Einf\u00fchrung von Innovationen trotz zahlreicher Herausforderungen dennoch m\u00f6glich ist.  Dies war jedoch vor allem eher auf die Entschlossenheit, Solidarit\u00e4t und Widerstandsf\u00e4higkeit der Kleinbauern als auf ein bef\u00e4higendes Beratungsumfeld zur\u00fcckzuf\u00fchren. <\/li><\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Region Der Kreis Bra\u015fov ist eine h\u00fcgelige, gebirgige Region in Zentralrum\u00e4nien. Die landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen sind haupts\u00e4chlich (66 %) Dauergr\u00fcnland und das vorherrschende Produktionssystem ist eine Form der traditionellen Weidewirtschaft (Schafe und Rinder). Die \u00fcbrigen 34 % der landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen werden f\u00fcr Ackerkulturen, z.B. f\u00fcr den Anbau von Getreide, Kartoffeln und Zuckerr\u00fcben, genutzt. 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