Lebende Labor: Verbesserung des Beratungsdienstes, indem Innovationen den Landwirten näher gebracht werden
Navarra, Spanien

Navarra, Spanien
Das spanische Lebende Labor hatte zum Ziel, Berater und Landwirte in die gemeinsame Gestaltung eines verbesserten regionalen Beratungsdienstes einzubinden, der den Landwirten Innovation näher bringen würde.

Kontext, Thema und Zielgruppe
| INTIA ist ein öffentlicher Beratungsdienst, der eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der Landwirte in der spanischen Region Navarra spielt. Der Beratungsdienst stützt sich auf Informationen aus seinen eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, technische und wirtschaftliche Daten der von ihm beratenen landwirtschaftlichen Betriebe und andere Informationsquellen aus der Literatur oder aus Verbindungen zu anderen Organisationen. |
| INTIA arbeitet in einem Umfeld, in dem die Landwirte stets bemüht sind, sich an neue Gesetze, veränderte Verbrauchernachfrage und neue Herausforderungen und Bedürfnisse hinsichtlich Rentabilität und Nachhaltigkeit anzupassen. Traditionell entwickeln Forscher und andere Experten Instrumente und Lösungen zur Unterstützung der Landwirte, und das neu gewonnene Wissen wird von Beratern an die Landwirte weitergegeben. |



| Für eine wirksamere Beratung müssen jedoch alle Akteure in das Experimentieren und Entwickeln von Lösungen, den Wissenstransfer, die Förderung des Peer-to-Peer-Lernens und die Demonstration der praktischen Anwendung auf dem Feld einbezogen werden. |
| Thema des Lebenden Labors war daher die Erkundung neuer Wege, um Forscher (und andere Experten), Berater und Landwirte zusammenzubringen, um einen effizienteren Beratungsdienst aufzubauen, der die praktischen Entscheidungsprozesse der Landwirte auf dem Feld verbessert. |
| Das Lebende Labor arbeitete mit zwei Hauptgruppen zusammen: 1) Beratern (um deren Bedürfnisse zu ermitteln und den von ihnen angebotenen Beratungsdienst besser konzipieren zu können) und 2) Landwirten (den Endnutzern des Beratungsdienstes). Die Landwirte waren Mitglieder aus drei verschiedenen Genossenschaften in verschiedenen Gebieten der Region und mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Anbaukulturen. Ziel war es, die Living-Lab-Methode in unterschiedlichen Situationen zu erproben. |
Partner und Ansprechpartner
Institute for Agrifood Technology and Infrastructures of Navarra (INTIA)
Noelia Telletxea, ntelletxea@intiasa.es
INTIA verfügt über langjährige Erfahrung in der Erbringung verschiedener Dienstleistungen für Landwirte in Navarra. Das Lebende Labor war eine gute Gelegenheit, mit Landwirten und Beratern zusammenzuarbeiten, um neue Bedürfnisse und Herausforderungen des Beratungsdienstes zu ermitteln.

Geschichte des Lebenden Labors
| Das Lebende Labor wurde im Jahr 2018 eingerichtet. Ursprünglich war geplant, die Methode bei der Entwicklung eines bestimmten Instrumentes des Integrierten Pflanzenschutzes (IPM) zu testen. Nach einer Diagnosephase, in der Gespräche mit Beratern von INTIA und anderen Akteuren stattfanden, wurde jedoch beschlossen, das Lebende Labor auf weitere Bereiche des INTIA-Beratungsdienstes zum IPM auszuweiten. |
| Zunächst wurde ein Treffen mit dem INTIA-Beratungsteam organisiert. Dabei wurden verschiedene Themen im Zusammenhang mit dem IPM-Beratungsdienst erörtert und unterschiedliche Ideen vorgetragen und nach Prioritäten geordnet. Anschließend wurden drei unterschiedliche Genossenschaften als „Piloten“ ausgewählt, um festzustellen, ob die Living-Lab-Methode in der Region in größerem Umfang zum Einsatz kommen könnte. |
| Mit jeder der drei Genossenschaften wurden Treffen organisiert, um den Rahmen des Lebenden Labors für jede von ihnen genauer festzulegen. Im Laufe des Jahres 2019 wurden einige der von Technikern und Landwirten in diesen Genossenschaften gemachten Vorschläge getestet. |



| In einer Genossenschaft bestand das Ziel darin, Mikro-Netzwerke von Landwirten zu entwickeln, die zusammen mit Beratern genutzt werden könnten, um das Peer-to-Peer-Learning zu fördern und der Genossenschaft Innovationen im Bereich des integrierten Pflanzenschutzes näher zu bringen. In den anderen beiden Genossenschaften war das Ziel, den Einsatz innovativer IPM-Instrumente und -Technologien durch Berater und Landwirte unmittelbar in die Praxis zu integrieren. |
| Insgesamt war der Lebende-Labor-Ansatz eine positive Erfahrung mit Potential für Wiederholungen nicht nur in anderen Genossenschaften sondern auch in anderen Arbeitsbereichen von INTIA. |
Gewonnene Erkenntnisse
| Eine Methode für die gemeinsame Entwicklung neuer Dienstleistungen Die Living-Lab-Methode bietet einen interessanten Ansatz für die Entwicklung neuer innovationsfördernder Dienstleistungen. Sie fördert die aktive Beteiligung der Landwirte, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Betrieben und die Weitergabe von Lösungen unter den Landwirten. All dies verbessert die Ergebnisse des Mitgestaltungsprozesses und gewährleistet das anhaltende Interesse der Teilnehmer, wobei natürlich sichergestellt werden muss, dass das Thema für die Landwirte von Anfang an interessant ist (Bottom-up). |
| Einstellung der Teilnehmer Die Einstellung der Teilnehmer kann großen Einfluss auf das Ergebnis haben. Sie kann die Kontinuität der Erfahrung gewährleisten oder das Vorwärtskommen blockieren. Möglicherweise müssen Wege gefunden werden, um die Teilnehmer von Zeit zu Zeit während des Prozesses zu motivieren |
| Kontext Die Living-Lab-Methode funktioniert unterschiedlich in unterschiedlichen Situationen. Es ist leichter, Aktivitäten zu organisieren und ein Lebendes Labor zu betreiben, wenn bereits eine funktionierende Struktur besteht, wie z.B. Gruppen von Landwirten, die Treffen, Gespräche, den Austausch von Ideen, etc. gewohnt sind. |
| Klarer Rahmen und klare Grenzen Für das Lebende Labor muss ein klarer Rahmen definiert werden. Es können neue Ideen oder Vorschläge auftauchen, die zu Beginn des Lebenden Labors nicht eingeplant waren. Obwohl diese interessant sein könnten, kann es erforderlich sein, klar definierte Grenzen einzuhalten, um sich nicht von den ursprünglichen Zielen des Labors zu entfernen. |
Weitere Informationen über dieses Lebende Labor (in englischer Sprache)
Weitere Informationen über dieses Lebende Labor (in spanischer Sprache)
- Navarra Agraria Magazine Número 228, May-June, 2018: https://navarraagraria.com/component/k2/item/1412-agrilink-el-asesoramiento-agrario/1412-agrilink-el-asesoramiento-agrario
- Fundación –dialnet UniRioja: https://dialnet.unirioja.es/servlet/articulo?codigo=6448464
- News- Navarra Navarra Agraria Magazine Número 234: May-June 2019: https://www.navarraagraria.com/noticias/item/1548-el-laboratorio-vivo-de-intia-acoge-al-consorcio-europeo-de-agrilink/1548-el-laboratorio-vivo-de-intia-acoge-al-consorcio-europeo-de-agrilink
- News Navarra Capital: https://navarracapital.es/intia-acoge-la-cuarta-reunion-del-proyecto-europeo-agrilink/
- News AGROgestor: https://www.agrogestor.es/13-de-junio-de-2019-networking-con-el-proyecto-h2020-agrilink/
Video presentation of the Spanish Living Lab: https://www.agrilink2020.eu/news-video-presentation-of-the-spanish-living-lab/