Lebende Labore: Landwirten und Unternehmern die Suche nach den richtigen Informationen und Beratungsleistungen erleichtern

Lettland

Lettland

Ziel des lettischen Lebenden Labors war es, Landwirte und andere Unternehmer besser in die Ressourcen und Einrichtungen des landwirtschaftlichen Beratungssystems in Lettland einzubinden.

Kontext, Thema und Zielgruppe

Die landwirtschaftliche Beratung in der lettischen Landwirtschaft erfolgt dezentralisiert. Eine wachsende Zahl öffentlicher Organisationen, privater Organisationen und Organisationen des Dritten Sektors ist an der Beratung von Landwirten beteiligt, es findet jedoch wenig Koordination unter ihnen statt.

Auch das lettische AKIS bleibt fragmentiert und wird nicht als ein zusammenhängendes, einheitliches System angesehen. Daher gibt es für Landwirte viele verschiedene Formen von Wissen, Beratung und Anleitung. Allerdings haben nur wenige von ihnen die Zeit oder die Fähigkeiten, sich im Beratungssystem zurechtzufinden, insbesondere, wenn sie keine klare Vorstellung von ihren unternehmerischen Bedürfnissen haben oder nicht wissen, wo sie sich Hilfe suchen können.

Die Hauptzielgruppe des lettischen Lebenden Labors waren Kleinbauern und andere Unternehmer, die professionelle Beratung in Bezug auf die Verarbeitung und Vermarktung von Obst und Gemüse benötigen.
Diese Zielgruppe erlebt eine sehr spezifische „Lücke“ bei den ihnen zur Verfügung stehenden Dienstleistungen. Obwohl es viel frei verfügbares Informationsmaterial und verschiedene Formen von Anleitungen und Leitlinien über die Erzeugung und Vermarktung von Verarbeitungserzeugnissen aus Obst und Gemüse gibt, sind die Kanäle, über die relevante Materialien, Personen oder Organisationen leicht gefunden werden können, begrenzt.

Partner und Ansprechpartner

Baltic Studies Centre

Emils Kilis, emils.kilis@gmail.com

BSC ist ein unabhängiges wissenschaftliches Institut, das handlungsorientierte Forschung betreibt mit einem Fokus auf den Bedürfnissen der Praxis und der praktischen Unterstützung nachhaltiger Innovationen.

Prozessbegleiterin des lettischen Lebenden Labors war Dalija Segliņa. Dalija Segliņa ist eine leitende Wissenschaftlerin am lettischen Institut für Gartenbau und verfügt über umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse im praktischen Gartenbau. Ihr Wissen und ihre Kontakte haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Team Beziehungen zu wichtigen Akteuren aufbauen konnte.

http://www.bscresearch.lv/

Geschichte des Lebenden Labors

Das lettische Lebende Labor wurde Ende 2017 mit der klaren Feststellung einer „Lücke“ bei den Beratungsangeboten für Landwirte und Kleinerzeuger gestartet. Nach Gesprächen mit verschiedenen Fachleuten bestand Einigkeit, dass es an Unterstützung bei der Verarbeitung und Vermarktung von Obst und Gemüse mangelt, die Landwirten und Kleinerzeugern helfen könnte, nachhaltige Geschäftsstrategien zu entwickeln und ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Während die Feststellung des Problems einfach war, gestaltete sich der Prozess der Entwicklung einer auf den lettischen Kontext zugeschnittenen Lösung komplizierter und erforderte ein effektives Einbinden der Akteure, um sicherzustellen, dass die vorgeschlagenen Lösungen zielgerichtet, durchführbar und zweckmäßig sind.

Bei den Beratungen mit den Experten im Januar 2018 kam die Idee einer neuen Online-Plattform auf, die es den Landwirten und Erzeugern ermöglichen sollte, i) auf einfache Weise Bereiche mit Unterstützungsbedarf zu identifizieren, und ii) schnell und effizient herauszufinden, wo diese Unterstützung erlangt werden kann. Ursprünglich war vorgeschlagen worden, den gesamten Bereich des Gartenbaus abzudecken, dann aber wurde nach und nach beschlossen, sich nur auf die Verarbeitung und Vermarktung zu konzentrieren.
Viele Landwirte und Unternehmer in Lettland nutzen Online-Systeme und tragen sich z.B. regelmäßig in Mailinglisten ein, um sich über bevorstehende Veranstaltungen zu informieren, die für sie von Interesse sein könnten. Einige der im Rahmen des Lebenden Labors befragten landwirtschaftlichen Berater erklärten, dass ihre Kunden sehr gut im Umgang mit Smartphone-Apps seien
Der Großteil des Jahres 2018 wurde darauf verwendet, einen optimalen Weg zu finden, um die potentiellen Benutzer der Online-Plattform einzubinden. Die Plattform wurde bei verschiedenen, von Landwirten und Unternehmern im Sommer und Herbst besuchten, Veranstaltungen vorgestellt. Aus den Rückmeldungen der Teilnehmer ergab sich jedoch der Gesamteindruck, dass eine interaktivere Präsentation der Plattform nötig sei, um umfassenderes und nützlicheres Feedback anzuregen. Ende 2018 wurde daher beschlossen, eine visuelle Darstellung der Online-Plattform zu erstellen.
Die Visualisierung der Plattform für ihre Präsentation bei potenziellen Endnutzern war eine wertvolle Erfahrung, da sie die Teilnehmer des Lebenden Labors dazu zwang, sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass sie mit einer sehr abstrakten Vorstellung von der Plattform gearbeitet hatten. Darüber hinaus wurde das Bewusstsein dafür geschärft, dass mehr Zeit darauf verwendet werden muss, über die Präsentation des Online-Tools nachzudenken. Das Feedback der Berater und Experten bezüglich der visuellen Darstellung war sehr hilfreich und so konnte das Lebende Labor mit dem Aufbau der tatsächlichen Plattform weitermachen.
Weitere Informationen zu den Fortschritten des Lebenden Labors finden Sie unter nachstehenden Links.

Gewonnene Erkenntnisse

Beteiligung und Engagement
Obwohl die aktive Beteiligung der verschiedenen Akteure und Interessenvertreter gefördert werden sollte, wird das Ausmaß ihrer Beteiligung wahrscheinlich von Lebendem Labor zu Lebendem Labor variieren und von den kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Landes abhängen.
Traditionelle Wege
Das Lebende Labor hatte zum Ziel, die Art und Weise, wie Landwirte das bestehende Beratungssystem in Lettland nutzen, zu verändern. Dennoch war es wichtig zu erkennen und zu würdigen, dass einige Landwirte gute Arbeitsbeziehungen zu ihren lokalen Beratern haben und darauf geachtet werden muss, diese Beziehungen nicht zu stören (mit dem Risiko unklarer Folgen). Das Lebende Labor musste daher nach Lösungen suchen, die sich nicht nur auf die Behebung der Schwächen des bestehenden Systems konzentrierten, sondern auch auf den bestehenden Stärken aufbauten.
Zielsetzung
Das Lebende Labor musste seine Ambitionen immer weiter herunterschrauben, um ein Ergebnis zu erhalten, das auch nach Abschluss des AgriLink-Projekts funktionieren und weiterbestehen würde.

Weitere Informationen über dieses Lebende Labor (in englischer Sprache)

Practice Abstract 4 – Building platforms for improved advisor-practitioner communication: the Latvian Living Lab (Baltic Studies Centre)

A blog dedicated to the Latvian living lab: https://livinglablv.blogspot.com

A video about the Latvian living lab broadcast on Latvian public television: https://www.lsm.lv/raksts/zinas/latvija/lauku-konsultantu-petijuma-veido-tiessaistes-informacijas-kratuvi.a341650/

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